Ein Rentner mit Strohhut und Ringelsocken, der mit einem Meterstab und Schere bewaffnet seine Hecke auf die vorgeschriebene Höhe stutzt. In seiner Parzelle eine Armee von Gartenzwergen, welche sich seit Jahren nicht einen Millimeter von ihrer Stelle bewegt haben. Seine Frau deckt den Kaffeetisch, und serviert Obstkuchen mit Früchten aus dem eigenen Garten. So der Mythos der Laubenpieper.
Was verbirgt sich aber wirklich im Garten hinter der Hecke? Der Schrebergarten galt einst als der Inbegriff kleinbürgerlicher,grauer Spießigkeit. Doch das ist, wie es scheint, Schnee von gestern? Tatsächlich haben während der Corona-Pandemie viele Menschen erkannt, welche Vorteile so ein Garten mit sich bringt. Auf einmal begann ein noch viel größerer Ansturm auf die Wartelisten der Vereine als je zuvor. Die Bewerber sind meistens junge Familien mit kleinen Kindern. Denn längst ist auch fernab der Metropolen Wohneigentum mit Garten Mangelware oder unbezahlbar geworden. Aber nicht nur, weil sich immer mehr Menschen einen Rückzugsort im Grünen wünschen. Immer mehr Menschen erkennen auch, wie gewaltig die Unterschiede zwischen selbst erzeugtem Obst und Gemüsen verglichen mit dem aus dem Supermarkt sind.
Das Konzept eines Kleingartens passt perfekt zum Lifestyle der GenerationY – auch bekannt als Millennials. Diese Generation ist die letzte,die ihre Kindheit ohne Smartphones erlebt hat, und damit die Brückezwischen analoger und digitaler Welt schlägt. Jeder über 25 kenntsie noch- die unbeschwerte Kindheit ohne Handy. Die Freizeit draußenverbringen, die Natur zu erkunden, sich schmutzig machen.
Unser Alltag in Beruf und Freizeit ist geprägt sind von ständiger Erreichbarkeit und technischen Geräten, die unser Leben erleichtern sollen. Es macht sich ein gewisses Verlangen nach Rückkehr zu den naturbelassenen, Kindheitserfahrungen draußen breit. Ein Schrebergarten ist aber nicht nur Grillen und Chillen, eher doch Fitnessstudio und Gastronomie in einem. Dieser erfordert ständige Aufmerksamkeit für die Pflege und ordnungsgemäße Bewirtschaftung.Auch wenn der Gartenzaun für den nötigen Abstand zu den Nachbarn sorgt, muss man bereit sein, sich aktiv in das soziale Vereinsleben einzubringen. Wer einen Schrebergarten pachten möchte, muss auch bereit sein, die Regeln der Gartenordnung einzuhalten, sowie den Anweisungen des Vorstands Folge zu leisten, welcher im Ehrenamt tätig ist. Auch wenn man manches für altmodisch und überholt hält.
Ohne Ehrenämter könnten keine Kleingartenvereine existieren, da sie wie auch andere Vereine der Selbstverwaltung unterliegen. Denn nur durch diesen unentgeltlichen Einsatz können die Kleingartenvereine in ihrer jetzigen kostengünstigen Form bestehen und erhalten bleiben.
Terminvorschau:Jahreshauptversammlung mit Turnusmäßigen Neuwahlen des Gesamtvorstands am 26.04.2025 im Gemeindezentrum St. Peter und Paul,in Mühlburg. Einladung mit Tagesordnung folgt.
Im Namen der Vorstandschaft
StefanRössler